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Viel ist das nicht. Aber alles.
Früher oder später trifft es fast jeden.
Und die allermeisten trifft es unvorbereitet. Plötzlich ist nichts mehr, wie es war. Vielleicht muss ich damit klarkommen, dass ein geliebter Mensch für immer fort ist. Oder ich bin gezwungen, mich damit auseinanderzusetzen, dass ich selbst bald nicht mehr da sein werde. Die Vorstellung der „Nichtexistenz“ ist für uns so schwer zu ertragen, weil wir sie nicht begreifen können. Meist löst diese Vorstellung Unbehagen aus, weshalb wir das Thema gern von uns fernhalten.

Doch manchmal ist mit nur einer Nachricht nichts mehr so, wie es bis dahin war. Die neue Realität entspricht nicht mehr unserer Vorstellung, wie es sein soll. Je mehr die Realität von dieser Vorstellung abweicht, desto größer ist das empfundene Leid.
Wie soll ich die Realität annehmen, wenn sie schrecklich ist?
Genau genommen löst gar nicht die Situation selbst den Schmerz in uns aus, sondern ihr Unterschied zu unserer Vorstellung, wie es sein soll. Das bedeutet, das Leid entsteht durch den Vergleich dessen, was jetzt Realität ist, mit der Vorstellung. 
Das bedeutet weiter, dass ich meine Situation umso weniger ablehne, je mehr meine Aufmerksamkeit auf das Hier und Jetzt gerichtet ist.
Im Idealfall heißt das: Wenn ich vollkommen anwesend bin - JETZT -, findet kein Vergleich statt

Es geht gar nicht darum, diesen Idealfall als Dauerzustand herzustellen. Wenn ich aber erkenne, wie mein Leid entsteht, kann ich leichter mit meiner Situation umgehen und es gibt immer mehr Momente, in denen ich das Jetzt ganz genießen kann – unabhängig von der Gesamtsituation. 
Und wie schaffe ich es, anwesend zu sein, wenn es mir schlecht geht?
Ein Rezept gibt es dafür nicht. Und es gibt auch nichts und niemanden, der mich von meinem Schmerz und den unangenehmen Gedanken erlösen kann. Der einzige, der es in der Hand hat, ob ich anwesend bin oder nicht, bin ich selbst.
Aber es hilft, wenn ich mit jemandem zusammen bin, der selbst ganz da ist und nicht von seinen eigenen Gedanken immer wieder fortgerissen wird. Dann fällt es auch mir leichter, da zu sein. Und genau das ist es, was meist fehlt – dann, wenn ich es am meisten bräuchte. 

Die Menschen, die mir nahestehen, haben sehr oft selbst mit der Situation zu kämpfen. Es fehlt jemand, der für mich da ist, ohne mich zu brauchen. Das heißt: jemand, dessen Ruhe und Ausgeglichenheit nicht von meiner Situation abhängen; jemand, dem ich mich mit meinem Leid schonungslos zumuten kann. Das ist etwas, das eigentlich immer fehlt, denn in unserer Welt sind wir meist nur füreinander da, wenn wir den anderen oder etwas von ihm brauchen.
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